Mit Handys und Heavy Metal – Literaturkurs des MCG erntet mit moderner Shakespeare-Interpretation viel Beifall

08.07.2016


Mit Handys und Heavy Metal – Literaturkurs des MCG erntet mit moderner Shakespeare-Interpretation viel Beifall

Die Gäste strömten am Sonntag nur so in die Aula des Marie-Curie-Gymnasiums.
Alle wollten sehen, wie der Literaturkurs William Shakespeares Komödie „Wie es Euch gefällt“ in ein modernes, peppiges Stück mit Handys und Heavy-Metal-Zeichen umgesetzt hatte. Sie wurden nicht enttäuscht. Was an Witz, Ideen und Spielbegeisterung geboten wurde, sorgte für vergnügliche Stunden.
„Die Schüler haben sich mit dem Original auseinandergesetzt und erarbeitet, welche Absicht Shakespeare verfolgt oder wie er die Dramaturgie aufbaut. Das alles hat der Kurs dann selbständig in eine neue Form gegossen. Alle spielen auch beim Theaterstück mit“, erläutert Heike Harlinghausen, die den Kurs mit Anja Vahle und Benedict Hirsch leitete.
Nach der Theorie folgte die Praxis. So sorgte der Kurs auch für Musik, Catering und mit der Kunst-AG für Requisite
und Bühnenbild. Viele weitere Helfer (Licht: Kevin Wengel) waren daran beteiligt, dass das Theaterstück professionell
wirkte. Jill Omansick und Dana Masic soufflierten und hatten auch „Gastauftritte“ auf der Bühne. Das Comedy-Duo Brad (Timo Bakr) und Pitt (Jan Philipp Flucks) begrüßte die Gäste und erzählte die Vorgeschichte:

Der amerikanische Präsident Sherman (Max Keßler) wird von seinem Bruder Frederick (schön böse: Jan-Niklas Bohnensack) gestürzt und flüchtet nach Kanada ins Exil. Seine Tochter Rose (Andrine Schulte) hat gerade noch Zeit, sich in den USA in Orlando (Hendrik Lapainis, mailt Gedichte an „#Rose“) zu verlieben, bevor auch sie, begleitet von ihren
Cousinen Celia (Melinda Arici) und Lydia (Lefke Bennemann), fliehen muss – ein munteres Trio mit flotten Sprüchen.
Zuvor erleben die Zuschauer den Bruderzwist zwischen Orlando und Oliver (Joelle Umbreit). Auch bei ihnen geht es um Neid, Eifersucht und Macht. Oliver engagiert sogar John Cena, den „Zerstörer“. Zwischen ihm und Orlando kommt es zu einem spektakulären Kampf. Doch die Szene wird entschärft durch Cedric Groth, der den Wrestler herrlich witzig spielte, und den tollpatschigen Diener James (Felix Tschesche), der die kleine Rolle großartig gestaltete. Michelle Jorzick, die auch viel an der Organisation beteiligt war, hatte als Beamtin Joanne rasante Auftritte mit dem Rollstuhl.
In den kanadischen Wäldern beginnt schließlich ein Spiel mit Irrungen und Wirrungen der Liebe, in die auch Einheimische involviert werden. Alles wird hämisch kommentiert durch den Quertreiber Jack (kreativ und mitreißend: Robin Vieler). Auch die anderen Akteure gestalteten ihre Rollen lebendig und überzeugend und würzten sie mit schulinternen Gags und
Lokalkolorit. Natürlich folgte bei der Komödie das Happy End: Alle heiraten und versöhnen sich, es gibt ein großes Fest. Dazu beigetragen hatte nicht unwesentlich der handfeste Priester (Lories Sroka). Das Publikum bedankte sich mit
Beifall und Bravorufen für den tollen Abend. Eine weitere Aufführung fand gestern Abend statt.

Stand vom 8. Juli 2016, um 15:29 Uhr.