
Am letzten Freitag war es soweit – das Wolfgang-Borchert-Theater aus Münster führte im Klassenraum sein aktuelles und emotional mitreißendes Theaterstück „Malala – Ein starkes Mädchen“ auf. Bereits im letzten Jahr hatte das Stück im damaligen 7. Jahrgang Premiere am MCG gefeiert, nun konnten die jetzigen 7. Klassen Theater unmittelbar und live im Klassenraum erleben. Dank der großzügigen Unterstützung des Fördervereins konnte und kann die Tradition der Klassenraumtheater am MCG weitergeführt werden. Das Angebot einer breit aufgestellten `Kulturellen Bildung´ mit ihren ganzheitlichen Zugangsmöglichkeiten des Erlebens und Erprobens durch Schüler:innen ist dem MCG ein Herzensanliegen. Gerade das Theater bietet dabei einen alle Sinne ansprechenden Weg zur Erfahrung von Welt und Entwicklung von Identität. Das Stück „Malala“ bietet in diesem Kontext viele Zugänge und Perspektiven an. Florian Bender, am MCG hochgeschätzter Schauspieler des WBT, der in der Vergangenheit immer wieder selbst in Klassenraumtheaterstücken am MCG zu sehen war, hatte für dieses Stück die Inszenierung und Regie übernommen und eine großartige Katharina Hannappel ließ das pakistanische Mädchen Malala, jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte, live im Klassenraum erscheinen.
Das beeindruckende Stück basiert auf der inspirierenden und besonderen Geschichte der pakistanischen Aktivistin Malala Yousafzai, die seit ihrem 11. Lebensjahr gegen die massiven Restriktionen der Taliban aufbegehrte und mit 15 Jahren nur knapp einen Mordanschlag überlebte. Die eigene Stimme zu erheben und sich für Menschen- und besonders Frauenrechte einzusetzen, ist ihr bis heute das zentrale Anliegen. Ihr unbändiger Mut macht Mut – und ließ in der Inszenierung als Theaterstück begeisterte wie sehr nachdenkliche Schüler:innen zurück.
Malala will unbedingt lernen, sie will in die Schule gehen dürfen und sich nicht das Recht auf Bildung absprechen lassen – was so gar nicht zum frauenverachtenden Bild der Taliban passt. „Ich bin aus meinem Zimmer gegangen, ohne zu wissen, dass ich es nie wiedersehen werde!“ Mit dieser Eröffnung stand Katharina Hannappel als Malala vor den Schüler:innen, nachdem sie ins Klassenzimmer gestürmt war. Mit Einspielungen aus Nachrichtensendungen, unterlegt von Musik, dem Switchen in verschiedene Rollen erschuf sie im Klassenraum ein ganzes pralles Leben mit all den Bedrohungen und der Gefahr, in die sich Malala begibt – bis zum Mordanschlag. Gebannt und hochkonzentriert verfolgten die Schüler:innen ihren Werdegang – der intensive Applaus am Ende zeigte ihr emotionales Mitfiebern.
Die Dramaturgin Laura Ritter und die Schauspielerin Katharina Hannappel selbst nahmen sich anschließend die Zeit und luden alle Schüler:innen zu Fragen und einem Nachgespräch ein.