
Große Freude am Marie-Curie-Gymnasium Bönen: Eine unerwartete Auszeichnung erreichte die Schule in diesen Tagen. Im Briefkasten fand sich eine Urkunde über die Teilnahme am und Nominierung für den Demokratiepreis 2026 des Kreises Unna – eine schöne Überraschung und zugleich eine wertschätzende Anerkennung für das langjährige Engagement in der gemeinsamen NRW-Bildungspartnerschaft zwischen dem Arbeitskreis Erinnerungskultur der Bürgerstiftung Bönen und dem Marie-Curie-Gymnasium Bönen.
Besonders gefreut haben sich die Beteiligten über die sehr persönlichen und herzlichen Worte von Landrat Mario Löhr in seinem begleitenden Schreiben. Darin würdigt er ausdrücklich das Engagement und den Einsatz für die Förderung des demokratischen Zusammenlebens. Diese Anerkennung bedeutet allen an der Bildungspartnerschaft Beteiligten sehr viel und ist zugleich Ansporn, den eingeschlagenen Weg mit ebenso viel Überzeugung und Tatkraft weiterzugehen.
Die Bildungspartnerschaft besteht bereits seit vielen Jahren und ist geprägt von einer vertrauensvollen, lebendigen und ausgesprochen herzlichen Zusammenarbeit. In zahlreichen gemeinsamen Projekten wurde und wird Erinnerungskultur nicht nur thematisiert, sondern ganz konkret erfahrbar und für die Schulgemeinschaft lebendig gehalten.
Dazu gehören unter anderem das regelmäßige Reinigen der Stolpersteine im November und das gemeinsame Gedenken an die Opfer der Pogromnacht, Veranstaltungen zum jüdischen Leben in Vergangenheit und Gegenwart, Begegnungen und Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie vielfältige weitere Projekte zur Auseinandersetzung mit der Geschichte vor Ort in Bönen und im nationalen Kontext und ihrer Bedeutung für unsere Gegenwart. Gemeinsamer Ausgangspunkt und immer wieder alles verbindender und umspannender Grundsatz sind die schlichten, aber so reichhaltigen wie wertvollen Worte des Art. 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Der Demokratiepreis des Kreises bezieht sich mit seiner Namensgebung „Unantastbar“ unmittelbar auf diesen 1. Art.
Was diese Partnerschaft besonders auszeichnet, ist neben der inhaltlichen Vielfalt vor allem der persönliche Kontakt aller Beteiligten. Mit viel Energie, gegenseitigem Vertrauen und großer Motivation planen, organisieren und gestalten sie immer wieder wichtige Veranstaltungen für und mit der Schulgemeinschaft. Dabei entstehen wertvolle Begegnungen, neue Perspektiven und Gelegenheiten, sich mit historischen Erfahrungen und den aktuellen Herausforderungen an die Demokratie auseinanderzusetzen und daraus Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft abzuleiten.
Demokratische Werte wie Freiheit, Menschenwürde, Gleichberechtigung, Toleranz und gegenseitiger Respekt sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen immer wieder bewusst gemacht, gelebt und verteidigt werden. Gerade die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Auseinandersetzung mit Ausgrenzung, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit zeigen, wie wichtig es ist, Haltung gerade im schulischen Kontext zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen und Demokratiebildung zu „leben“.
Die Urkunde des Kreises Unna ist deshalb weit mehr als eine Bestätigung der Nominierung: Sie ist eine schöne Würdigung der gemeinsamen Arbeit und des besonderen Miteinanders.
Das MCG bedankt sich herzlich für diese wertschätzende Anerkennung durch den Landrat. Von Herzen sei besonders dem AKEK und allen Beteiligten vor Ort gedankt, die diese Partnerschaft mit so viel Herzblut, Ideenreichtum und Engagement mit Leben füllen! Danke!