
Wie fühlt es sich an, in einer Diktatur jung zu sein? Was bedeutet Freiheit – und wie können wir unsere Demokratie heute schützen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der EF und Q1 des Marie-Curie-Gymnasiums Bönen bei einer eindrucksvollen Podiumsdiskussion unter dem Titel „Jungsein in Demokratie und Diktatur“ am gestrigen Tag.
Zur Veranstaltung begrüßten die Schülersprecherin Sultan Bayram und der SV-Vertreter Kadir die Teilnehmenden sowie die Gäste aus der Gemeinde, darunter den stellvertretenden Bürgermeister Herrn Goetz. In ihrer gemeinsamen Eröffnungsrede machten sie deutlich, wie wichtig es ist, die Geschichte der deutschen Teilung und der DDR nicht nur als Vergangenheit zu betrachten, sondern daraus Fragen für die eigene Gegenwart abzuleiten: Welche Freiheiten sind für junge Menschen selbstverständlich? Was geschieht, wenn ein Staat vorgibt, wie Menschen zu denken und zu leben haben? Und welche Verantwortung tragen wir selbst für eine lebendige Demokratie?
Einen besonders eindringlichen Einblick in das Leben junger Menschen in der DDR ermöglichte Annette Evans als Zeitzeugin. Mit spannendem Bildmaterial und anschaulichen persönlichen Erzählungen nahm sie die Schülerinnen und Schüler mit in eine Lebenswelt, die sich in vielen Punkten grundlegend von ihrem heutigen Alltag unterscheidet. Ihre Schilderungen machten Geschichte greifbar und ließen die Jugendlichen nachvollziehen, welche Bedeutung staatliche Vorgaben, eingeschränkte Freiheiten und persönliche Entscheidungen für das Leben in einer Diktatur haben konnten.
Weronika Vogel ergänzte die persönlichen Erinnerungen mit ihrer fachlichen Expertise und einer aktuellen Perspektive. So wurde deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Diktatur und Demokratie keineswegs nur ein historisches Thema ist. Die Frage, wie demokratische Werte geschützt werden können, gewinnt gerade in einer Zeit an Bedeutung, in der demokratische Gesellschaften unter Druck stehen und autoritäre Vorstellungen wieder stärker diskutiert werden.
Wie groß das Interesse der Jugendlichen war, zeigte sich in der lebhaften Interaktion. Zahlreiche Fragen aus dem Publikum führten zu einem angeregten Austausch zwischen den Referentinnen und den Schülerinnen und Schülern. Das Moderationsteam aus der EF und Q1 gestaltete diesen Austausch engagiert und sorgte dafür, dass unterschiedliche Perspektiven zur Sprache kamen.
Auch im Anschluss an die Veranstaltung waren die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler ausgesprochen positiv. Viele empfanden den persönlichen Austausch als wichtig und berichteten, dass sie sich in zahlreichen Aspekten angesprochen fühlten. Besonders die Verbindung zwischen den Erfahrungen junger Menschen in der DDR und den Herausforderungen des heutigen Aufwachsens regte zum Nachdenken an. Die Jugendlichen setzten sich damit auseinander, was Freiheit und Mitbestimmung für ihr eigenes Leben bedeuten und warum es wichtig ist, demokratische Werte nicht als selbstverständlich hinzunehmen.
Denn Demokratie lebt davon, dass Menschen Fragen stellen, unterschiedliche Meinungen aushalten, sich einmischen und Verantwortung übernehmen – im politischen Leben ebenso wie im Alltag, in der Schule und im Umgang miteinander.
Ein herzliches Dankeschön gilt Annette Evans und Weronika Vogel für ihre wertvollen Beiträge, ihre Offenheit und die Bereitschaft, ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit unseren Schülerinnen und Schülern zu teilen. Ebenso bedanken wir uns bei dem engagierten Moderationsteam aus der EF und Q1 sowie bei Sultan Bayram und Kadir Aydeniz für die Eröffnung der Veranstaltung. Ganz herzlich möchten wir uns bei der Bundesstiftung für Aufarbeitung der SED-Diktatur bedanken, die die Veranstaltung erst ermöglicht hat. DANKE!


