Fahrtenprogramm


Grundsätze

„Die beste, alle Sinne ansprechende Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ (J.W. von Goethe)

Exkursionen und Fahrten sind Teil des schulischen Lebens, erwachsen aus ihm und ergänzen die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Schule. Lernen in anderer Umgebung, Gemeinschaft kennen lernen und aktiv erleben, „die Welt in all ihren Bezügen erfahren – dies sind die zentralen Aspekte, die für ein- wie mehrtägige Unternehmungen gelten und daher aus guten Gründen nicht mehr aus unserem Schulleben wegzudenken sind.

Die angestrebten Ziele sind von unterschiedlicher Natur:

  • allgemein-pädagogische
  • fachspezifische
  • allgemein-bildende

Der erstgenannten Kategorie entstammen dabei folgende Leitgedanken als Basis des Fahrtenkonzepts am Marie-Curie-Gymnasium:

  • Gemeinschaftsbildung: Kennen lernen/ Förderung der Kommunikation in Klasse und Schule/ Stärkung des Klassenverbandes/ Förderung des Umgangs mit- und untereinander
  • Soziales Lernen: Teamfähigkeit/ Akzeptanz von Regeln/ Verhaltensweisen in der Gruppe/ Kompromissfähigkeit/ Erlebnis persönlicher Grenzen
  • Persönlichkeitsentwicklung: Auseinandersetzung mit dem Fremden/ Toleranz/ Respekt/ Interessenbildung/ Wissensaneignung und Vermittlung/ Neugier/ Freude am Lernen

Jede durchgeführte Fahrt enthält dabei Aspekte der drei obigen Kategorien, wobei im allgemeinen Schwerpunkte gesetzt werden. Bei der Durchführung von Fahrten sollte auch ein bewusster Umgang mit der Umwelt bedacht werden.

Grundsätzlich wird in der Sekundarstufe I zwischen Fahrten, die im Zusammenhang mit spezifischen Unterrichtsinhalten eines Faches stehen (Exkursionen) und solchen, die vor allem gemeinschaftlichen Charakter haben und im Sozialverbband der Klasse durchgeführt werden (Klassenfahrten) unterschieden.

Exkursionen werden durch die Fachlehrer in Absprache mit den Fachkonferenzen koordiniert und zeitlich sowie thematisch sinnvoll in den Unterricht integriert.

Die Klassenfahrten der Sekundarstufe I stehen unter den oben genannten Leitgedanken und sind über diese Aspekte aufeinander bezogen. Darüber hinaus werden sie nach erlebnis- sowie bildungspädagogischen Gesichtspunkten gestaltet.

Ferner wird im Bereich der Klassenfahrten zwischen eintägigen Ausflügen und mehrtägigen Fahrten unterschieden. Die Ausflüge werden durch die Klassenlehrer in Zusammenarbeit mit den Schülern und Eltern geplant und durchgeführt. Mehrtägige Fahrten finden in der Sekundarstufe I in der Regel in den Jahrgangsstufen 5/6, 7 und 9 statt (siehe Übersicht).

Perspektiven:

Die erprobten und bewährten wechselseitigen Kontakte und Besuche zu bewahren und zu pflegen, gleichzeitig aber auch neue europa- und u.U. weltweite Kontakte aufzunehmen, zu erproben und somit die respektvolle, interkulturelle wie humanistisch-bildende Begegnung zu fördern, wird ständige und sich prozesshaft verändernde Aufgabe des das Fahrtenkonzept bearbeitenden Teams sein. Hierbei werden die Rückwirkungen von Gemeinschaftserlebnissen, Austauschs-, Besuchs- und Exkursionsaktivitäten auf die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler, deren Lernfortschritte unter sozialen, sprachlichen und allgemeinbildenden Bezügen und auf die Kontinuität schulischer Lernprozesse aller Schülerinnen und Schüler kritisch zu evaluieren sein. Es sollte angestrebt werden, dass das Fahrten-, Exkursions- und Austauschkonzept bei weitgehend störungsfreiem Unterrichtsverlauf transparent gehalten und von einer hohen Akzeptanz der Schulgemeinschaft getragen wird.

Fahrten in den Jahrgangsstufen 5 und 6

Die erlebnispädagogische Fahrt in der Klasse 5 am MCG

In der Klasse 5 treffen Schüler aus verschiedenen Grundschulen und mit – auch dadurch begründeten – unterschiedlichen Voraussetzungen aufeinander. Der Klassenverband muss aufgebaut sowie Regeln des Miteinanders gefunden werden. Darüber hinaus ist es essentiell, dass die unterschiedlichen Erfahrungen der Schüler kommuniziert und aufeinander bezogen werden.

Es erscheint daher sinnvoll, relativ bald nach Beginn des Schuljahres eine mehrtägige Fahrt unter erlebnispädagogischen Gesichtspunkten durchzuführen, bei der ein dementsprechend intensiver Kontakt möglich und gefordert ist. Diese Fahrt könnte zum Beispiel zur Jugendherberge Brilon führen, die sich für besondere Berücksichtigung von Umweltschutz und gesunde Ernährung auszeichnet. Dort trainieren im Wesentlichen geschulte Erlebnispädagogen unsere Schülerinnen und Schüler. Die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer sind in das Programm nicht eingebunden. Allerdings wird die Reflexion und eine Fortsetzung des Erlernten mit Hilfe der Klassenlehrerteams in den Schulalltag erwünscht.

Die erlebnispädagogische Fahrt in der Klasse 6 am MCG (Vertiefung)

Natürlich ist auch in dieser Klasse eine mehrtägige Fahrt in Anlehnung an die in der Klasse 5 durchgeführte wünschenswert.

Als Ersatz konnte bisher ein Aufenthalt in der Alten Schule in Bönen-Flierich dienen, wo an mehreren Vormittagen das zuvor im Klassenverband erprobte Sozialverhalten um das Konzept des Klassenübergreifenden erweitert wurde, ohne deshalb die ursprüngliche Gemeinschaft zu untergraben.

Das Programm basierte auf der Durchführung kooperativer Spiele und griff die Grundsätze der Erlebnispädagogik auf. Die Auswahl und Gestaltung unterlag den Klassenlehrerteams.

Für ein vergleichbares Programm wird derzeit ein neuer Ort gesucht, da die Alte Schule nicht mehr zur Verfügung steht

Der deutsch-französische Schüleraustausch mit dem Collège Jean Montémont in Rupt-sur-Moselle

Der deutsch-französische Austausch am MCG

Der Austausch mit dem Collège Jean Montémont findet jährlich statt. Im November kommt die französische Schülergruppe jeweils nach Bönen, im folgenden April/Mai fährt die deutsche Schülergruppe zum Gegenbesuch nach Frankreich. Der Aufenthalt dauert ca. eine Woche.

Hauptsächlich beteiligt sind Schüler der Klassen 7 und 8, in einzelnen Fällen können auch bereits Schüler der Jahrgangsstufe 6 teilnehmen. Aufgrund der noch geringen Sprachkenntnisse ist dies aber eher die Ausnahme.

Während ihres Aufenthaltes in Bönen bzw. Rupt-sur-Moselle sind die Schüler in Gastfamilien untergebracht. Der Austausch beruht dabei auf Gegenseitigkeit, d.h. wer nach Frankreich fährt, nimmt den französischen Austauschpartner auch bei sich auf und umgekehrt.

Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland wird ein umfangreiches kulturell und sportlich ausgerichtetes Programm geboten, an dem die französischen und die deutschen Schüler gemeinsam teilnehmen sollen, um den Kontakt zu stärken. Darüber hinaus bleibt aber noch Zeit für die individuelle Ausgestaltung des Aufenthaltes durch die Austauschpartner bzw. die Gastfamilie. Außerdem nehmen die Schüler in begrenztem Umfang auch am Unterricht ihrer jeweiligen Austauschpartner teil.

Inhaltlich und sprachlich vorbereitet wird der Austausch im Unterricht oder z. T. im Rahmen einer AG, die im zweiten Halbjahr des Schuljahres stattfindet.

Lernziele

Neben der Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur fremdsprachlichen Verständigung besteht ein wesentliches Ziel des modernen Fremdsprachenunterrichts und damit auch des Französischunterrichts darin, Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, „am Austausch zwischen den Kulturen innerhalb und außerhalb des eigenen Landes selbständig teilzunehmen und (…) die Lebenswirklichkeit anderssprachiger Länder kritisch mit den eigenen Lebensbedingungen und kulturellen Traditionen zu vergleichen und die daraus gewonnenen Einsichten zum Abbau von Vorurteilen sowie zur Erweiterung des Selbst- und Weltverständnisses zu nutzen“, d.h. in der Vermittlung interkultureller Handlungskompetenz (Richtlinien und Lehrpläne für das Gymnasium – Sekundarstufe I – in Nordrhein-Westfalen Französisch, S. 32). Der Schüleraustausch bietet in besonderer Weise die Chance, die Lebenswirklichkeit eines frankophonen Landes kennen zu lernen und kulturell bedingte Besonderheiten und Gemeinsamkeiten zu „erleben“, wie es der Französischunterricht allein in dieser Intensität nicht ermöglichen kann. Aus diesem Grund stellt er einen unverzichtbaren Bestandteil des Fremdsprachenerwerbs und ein wesentliches Element in der persönlichen Entwicklung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler dar, da er darüber hinaus allgemein soziale Kompetenzen sowie die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler fordert und fördert.

Die Studienfahrt nach Hastings

Im Rahmen unserer Fremdsprachenfahrten bietet die Fachschaft Englisch des Marie-Curie-Gymnasiums seinen Schülerinnen und Schülern in der Jahrgangsstufe 9 die Möglichkeit, an einer freiwilligen Studienfahrt nach England teilzunehmen. Da diese Fahrt im Gesamtkonzept des Fahrtenprogrammes des MCG zu sehen ist, welches auch Fahrten zu anderen europäischen Zielen vorsieht, ist die Teilnehmerzahl auf 35 Schülerinnen und Schülern begrenzt.

Ziel unserer Fahrt ist das an der englischen Südküste gelegene Hastings. Die Unterbringung erfolgt im Jugendhotel “White Rock Mansion“ in Vier- bis Achtbettzimmern. Interessierten Schülerinnen und Schülern wird so die Möglichkeit gegeben, den englischen Sprach- und Kulturraum während einer sechstätigen Fahrt kennenzulernen.

Bei der Fahrt geht es uns vorranging um folgende Ziele:

  1. Den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, ihre fremdsprachlichen Fähigkeiten und Kenntnisse in der Praxis anzuwenden und zu vertiefen,
  2. die Kultur der Gegenwart und Vergangenheit des Gastlandes kennen zu lernen,
  3. das soziale Gefüge innerhalb der Jahrgangsstufe durch eine klassenübergreifende Zusammensetzung zu stärken.

Die bei Hastings stattgefundene Schlacht von 1066, die die normannische Eroberung Englands einleitete und das Land bis heute prägte, ist der thematische Leitfaden der Fahrt. So werden das Schlachtfeld und die mittelalterliche Burg Bodiam Castle besucht. In Hastings stehen neben der Erkundung der Stadt die Besichtigungen der “Smugglers Caves“ und der Burgruine des “Hastings Castle“ auf dem Programm. So erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, bedeutende historische und kulturelle Aspekte der englischen Geschichte kennenzulernen.

Neben diesen Programmpunkten, die sich auf den Nahbereich von Hastings konzentrieren, werden auch einige Tagesfahrten geplant. Höhepunkt einer jeden Englandfahrt ist der Ausflug in die Hauptstadt London. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler auf einer Stadtrundfahrt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen und erfahren Bedeutendes über die Stadtgeschichte. Im Anschluss daran gibt es die Möglichkeit, die Weltstadt in Kleingruppen „auf eigene Faust“ und entsprechend der jeweiligen Vorlieben individuell zu erkunden.

Weitere Tagesfahrten können je nach Programm nach Canterbury und Brighton erfolgen. In Canterbury steht v.a. die Besichtigung der Kathedrale im Vordergrund, die das religiöse Zentrum Englands bildet, während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Brighton den Seebädertourismus in England „hautnah“ erleben können.

Auf Grund der thematischen Schwerpunktsetzung der Studienfahrt sollten teilnehmende Schülerinnen und Schüler ein Grundinteresse aufweisen, die Kultur und die Geschichte der Region kennenzulernen. Des Weiteren sind die Bereitschaft, die geschichtlichen und kulturellen Informationen aufzunehmen, sowie eine gute körperliche Verfassung notwendig, da – trotz eines vor Ort zur Verfügung stehenden Busses – auch einige Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkundet werden. Ebenso unerlässlich ist es, dass die Grundregeln des gemeinsamen Miteinanders sowie ein angemessenes Verhalten der Bevölkerung des Gastlandes gegenüber beherrscht werden.

Schneesport am MCG in Klasse 9

Die Schneesportunterrichtswoche in der aktuellen Ausprägung wurde 2003 nach eingehender Beratung sowohl von der Fach- und Lehrer- als auch von der Schulkonferenz ohne Gegenstimme als sinnvolles und überzeugendes Konzept einer alle relevanten Aspekte einer Klassenfahrt berücksichtigendes Ganzes beschlossen. Seitdem hat sie sich in der vorliegenden Form Jahr für Jahr bewährt und erfreut sich seit dem ersten Tag bei den Schülern größter Beliebtheit und wird von der überwiegenden Mehrheit der Schüler als eines, wenn nicht das Highlight der schulischen Ausbildung der Sek I gesehen.

Auf diese Weise ist sie zu einem beständigen und unverzichtbaren Bestandteil des Schulprofils des MCG geworden, der gerade durch seine Verbindlichkeit und Planbarkeit zu einer freudigen Erwartungshaltung bei den Schülern führt.

In der Regel findet die Fahrt am MCG in der Woche nach der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse (Ende Januar) statt.
In den Richtlinien für den Sportunterricht ist verbindlich vorgeschrieben, in dem obligatorischen Inhaltsbereich „Gleiten, Fahren, Rollen“ ein mehrtägiges Unterrichtsprojekt zu realisieren. Da der Bereich des Ski- und Snowboardfahrens ein zentrales Feld dieses Inhaltsbereichs ist, liegt es nahe, dieses obligatorische Projekt in den Rahmen einer Klassen- oder Jahrgangsstufenfahrt zu legen, denn ansonsten müsste dieses mehrtägige Projekt zusätzlich zu einer inhaltlich anders orientierten Klassenfahrt realisiert werden, wodurch nicht nur zusätzliche Kosten, sondern gleichsam auch eine “weitere Klassenfahrt” im Rahmen der Sek I initiiert würde.

Lernziele

Eines der primären Lernziele der Schneesportunterrichtswoche ist das Erlernen – oder bei schon vorhandenen Kenntnissen – das Verbessern der motorischen Fertigkeit des Ski- oder Snowboardfahrens. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Lernerfolgsquote bei den Schülern im Bereich des Erlernens des Ski- und Snowboardfahrens, bzw. der Verbesserung der vorhandenen Kenntnisse nahezu bei 100 % liegt.

Darüber hinaus haben interessierte Schüler die Möglichkeit, weitere Aspekte der motorischen Betätigung im winterlichen Umfeld kennenzulernen, z.B. bei. Schneewanderungen zum nahe gelegenen Schwarzhorn oder in der Hochgebirgsloipe auf Langlaufski.

Die Schneesportunterrichtswoche ist gekennzeichnet von einer höchst intensiven, gesundheitsrelevanten Bewegungszeit in freier Natur. Die Jugendlichen bewegen sich täglich von 9.00-16.30 Uhr, lediglich unterbrochen durch das Mittagessen, an der winterlich frischen Luft. In dieser Zeit durchlaufen sie ein Bewegungsprogramm, das allen Aspekten zivilisatorischer Bewegungsmangelphänomene entgegenwirkt.

Koordination, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer werden in unterschiedlichsten Facetten zum täglichen Trainingsprogramm.

Neben der Vermittlung motorischer Lerninhalte beinhaltet der Aufenthalt im winterlichen Hochgebirge eine Vielzahl sozial-affektiver Lernziele, die der Schneesportunterricht in der Großgruppe auf exemplarische Weise verwirklichen kann. Schneesporterleben bedeutet einen wichtigen und wissenschaftlich nachgewiesenen Aspekt in der Persönlichkeitsbildung und –festigung:

° Die Jugendlichen weisen nach der Wintersportwoche ein positiveres Selbstwertgefühl auf als vor dem Schneesportunterricht. Die Übernahme der Lehrerrolle und der Verantwortung im Hinblick auf kleine Lerngruppen durch motorisch leistungsstarke Schüler führt nicht nur zu einer veränderten Selbstwahrnehmung dieser Schüler, sondern auch zu einer allgemeinen positiven Aktivierung und Flexibilisierung gruppendynamischer Prozesse.

° Die Jugendlichen schätzen am Ende der Wintersportwoche ihr Verhalten als sicherer und weniger problematisch ein. Die Erfahrung, aus eigener Kraft gegebenenfalls Angst überwunden zu haben, kann man als elementar bezeichnen. Die Jugendlichen bewerten ihre körperlichen Eigenschaften nach der Wintersportwoche höher als vor der Wintersportwoche.

° Die Jugendlichen fühlen sich am Ende der Wintersportwoche den schulischen Anforderungen besser gewachsen als am Anfang. Der Schüler erfährt eine sehr hohe Rollenvielfalt, der er sich im positiven Sinne nicht entziehen kann. Er lernt im positiv besetzten Umfeld ihm bislang unbekannte Mitschüler kennen, mit denen er später in die Oberstufe wechseln wird.

Die Studienfahrt der Sekundarstufe II

Grundlagen:

Die Kursfahrten in der Sek. II am MCG sollten tatsächlich Studienfahrten sein, d.h. bei der Zielauswahl, Planung und Durchführung sollten eine qualitativ anspruchsvolle Vertiefung und Weiterführung schulischer Inhalte der Sek. II sowie die intensive Erfahrung des Gemeinschaftserlebnisses samt seinen Verantwortlichkeiten der Gruppe gegenüber im Vordergrund stehen. Es sollten eine fächerverbindende bzw. fächerübergreifende Anbindung an die Leistungskurse erfolgen (alternativ ist aber auch eine Fahrt der gesamten Stufe denkbar), womit einhergehen sollte, dass die entsprechenden Kursleiter in Absprache mit der Oberstufenleitung die Fahrten begleiten. Aus organisatorischen Gründen erscheint es als sinnvoll, die Fahrten zu Beginn der Jahrgangsstufe 12 (Q2) en bloc als mindestens 5 Unterrichtstage umfassende Exkursion durchzuführen und somit sicherzustellen, dass in der Qualifikationsphase nicht zu viele Kursstunden ausfallen. Die Kursfahrten sollten inhaltlich vorbereitet werden, ebenso erscheint eine Nachbereitung wünschenswert. Bei der Planung, Organisation und Durchführung sollten die Schüler umfassend mitwirken und klare Verantwortungsbereiche übernehmen. Die Kursfahrt ist ein wichtiger Bestandteil der schulischen Bildung in der Sek. II und daher für alle Schüler verbindlich.

Tage der religiösen Orientierung

Die TrO-Fahrt am MCG:

Am MCG werden seit dem Schuljahr 2007/08 Tage religiöser Orientierung (TrO) zu Beginn der Jahrgangsstufe 12 angeboten. Mit ihrem dezidiert offenen Konzept richten sich die TRO an alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12, unabhängig von ihrer Konfession und Religion. Die 3-tägige Veranstaltung findet in der Jugendbildungsstätte Haus St. Benedikt der Benediktinerabtei Gerleve in der Nähe von Coesfeld statt. Die Tagung wird von Mitarbeiter­innen und Mitarbeitern (TheologInnen und SozialpädagogInnen) der Bildungsstätte geleitet.

Als wesentlich für das Konzept von TrO gilt das Prinzip der Teilnehmerorientierung: Im Mittelpunkt stehen die Fragen und Themen, die sich aus den Lebenssituationen und Lebenserfahrungen der Schülerinnen und Schülern bzw. aus den Prozessen in der Gruppe ergeben.

In der Kursarbeit werden verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten angeboten: Neben unterschiedlichen Gesprächsformen stehen kreatives Gestalten, Methoden der Spiel- und Theaterpädagogik, körperbetonte Übungen sowie Anstöße für Stille und Besinnung.

Programm:

Die TrO werden in Gruppen von bis zu 30 SchülerInnnen durchgeführt. Die Tage gliedern sich dabei wie folgt:

– Morgenimpuls

– Vormittagseinheit (etwa zwei Stunden)

– Nachmittagseinheit (etwa drei Stunden)

– Abendeinheit (etwa eine Stunde)

– meditativer Tagesabschluss

– auf Wunsch findet an einem Abend während des Kurses ein Gesprächskreis mit einem Mönch des Klosters („Klosterrunde“) statt.

Lernziele

Durch die Tage der religiösen Orientierung soll Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, sich mit Fragen der eigenen Lebensorientierung und Sinnsuche (etwa die Gestaltung der Zukunft, den Umgang mit der Zeit, Selbstwerdung in Beziehungen oder Bewältigung von Grenzerfahrungen) auseinander zu setzen.

Die Tage sollen dabei die Selbstkompetenz (Wahrnehmung von Stärken und Schwächen, Selbstakzeptanz) und Sozialkompetenz der Teilnehmenden fördern.

Unter anderen Bedingungen als im Unterricht (frei von Leistungskontrolle, Notengebung und 45-Minuten-Takt) besteht die Möglichkeit eines weitgehend offenen Nachdenkens über persönliche und religiöse Fragen.

Die Tage der religiösen Orientierung gehen dabei von den Erfahrungen der SchülerInnen aus und geben Anregungen, neue Erfahrungen zu wagen. Sie machen Erfahrungen bewusst, um sie verstehen und deuten zu lernen. Dabei bringen sie die eigene Lebensgestaltung mit dem (christlichen) Glauben in Beziehung und ermutigen zu einer Lebensgestaltung, in der der Glaube Bedeutung hat.

Stand vom 23. Januar 2017, um 21:49 Uhr.