Ganz analog: Briefe an die Grundschule – Ein Briefprojekt am Marie-Curie-Gymnasium

11.09.2020


Ganz analog: Briefe an die Grundschule – Ein Briefprojekt am Marie-Curie-Gymnasium
Lehrerin Johanna Kruse mit den Briefen ihrer Schützlinge

TikTok, WhatsApp und Instagram sind nicht die einzigen Kommunikationsmittel, die bei den Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe 5 des Marie-Curie-Gymnasiums Bönen eine wichtige Rolle spielen. Zu Beginn des Schuljahres steht im Deutschunterricht der Fünftklässler auch das Thema „Briefe schreiben“ auf dem Plan. Was ist die korrekte Anrede, wo kommt das Datum hin, wie verabschiedet man sich? Alles Fragen, die in den ersten Wochen geklärt werden. Anhand zahlreicher Beispiele wird das Gelernte dann umgesetzt und die Schülerinnen und Schüler machen sich daran, selbst Briefe zu verfassen.
Einen Brief schreiben die Fünftklässler an sich selbst, genauer gesagt: an ihr zukünftiges Ich. „Die Kinder schreiben über ihre Erwartung und ihre Wünsche für die eigene Schulzeit. Wir sammeln die Briefe ein und geben sie ihnen in ein paar Jahren wieder“, erklärt Deutschlehrerin Johanna Kruse. Sicher in Umschläge verpackt lagern diese Erinnerungen im Lehrerzimmer des MCG. Wenn die Kinder die Briefe zurück erhalten, sind sie schon Jugendliche und werden an den Beginn ihrer Schulzeit erinnert. „Außerdem ergeben sich durch diese Briefe tolle Gespräche“, so Referendarin Kruse. Welche Wünsche haben sich erfüllt, lief alles wie geplant?

Einen weiteren Brief verfassen die Schülerinnen und Schüler für ihre ehemaligen Grundschullehrerinnen und -lehrer. Sie berichten von ihren ersten Wochen an der weiterführenden Schule und auch, welche Dinge sie aus der Grundschule vermissten. Schließlich prägte die Grundschule vier Jahre ihres Lebens. „Die Briefe an die ehemaligen Klassenlehrerinnen und –lehrer schicken wir auch wirklich an die Grundschulen, damit die Pädagogen dort sich ein Bild von der aktuellen Lage ihrer ehemaligen Schützlinge machen können.“

Auch Briefe für eher unwahrscheinliche Fälle stehen auf dem Programm: Einen Brief an einen Außerirdischen gilt es ebenso zu verfassen wie die Entschlüsselung einer Geheimschrift. Man weiß ja nie, ob man später als Agent nicht auch einmal eine verschlüsselte Botschaft weiterleiten muss.

„Die Schülerinnen und Schüler lernen Brief in allen ihren Formen kennen“, resümiert Germanistin Kruse. Man weiß ja nie, vielleicht lösen postalische Briefe in manchen Fällen bald doch wieder digitale Kommunikationswege ab. Zwischen den Klassen 5B und 6C ist zumindest schon eine Brieffreundschaft entstanden. Regelmäßig tauschen sie untereinander Briefe aus.

Stand vom 11. September 2020, um 13:20 Uhr.