Farbenfrohe Literatur – Kunst-AG des Marie-Curie-Gymnasiums verschönert Wand im Foyer der Schule

15.02.2017


Farbenfrohe Literatur – Kunst-AG des Marie-Curie-Gymnasiums verschönert Wand im Foyer der Schule
Literatur-Zitate aus dem Schulalltag am Marie-Curie-Gymnasium zieren jetzt eine Wand im Foyer der Schule. Bei der Aktion hatte die Kunst-AG einen echten Könner in ihren Reihen: Künstler Osman Bol (3. von rechts) half mit Fachwissen und Tricks weiter. � Fotos: Schinzig

Das Foyer des Marie-Curie-Gymnasiums hat wieder ein wenig mehr Farbe erhalten:
Die Wand direkt am Speisebereich der Schule erschien bis zum Wochenende noch im eintönigen Blau. Am Samstag trafen
sich sieben Mitglieder der Kunst-AG sowie ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums mit AG-Leiterin und Kunstlehrerin
Jana Scheffler sowie dem freischaffenden Künstler Osman Bol, um an diesem tristen Zustand etwas zu ändern.
Den Schülern, die heute durch das Foyer des Gymnasiums streifen, wird schnell auffallen, dass nicht nur einfach mehr Farbe in die gewohnte Umgebung kam. In verschiedenen Rottönen heben sich deutsche und englische Sätze von dem bunten Hintergrund ab. „Oh Captain, my Captain“ steht groß auf der einen Seite. Darunter: „Hier bin ich Mensch, hier
darf ich’s sein!“ Unter der Feststellung „Das also war des Pudels Kern“ rangt die Frage „Wozu der Lärm?“. „Wir haben die Wand mit Zitaten aus der Literatur versehen“, erklärte Lehrerin Jana Scheffler. So kommen nun dort, wo die Schüler in den Pausen essen, Schriftsteller-Größen wie Johann Wolfgang von Goethe, Walt Whitman, William Shakespeare
und Franz Kafka zu Wort. „Unsere erste Idee war es, Essen im Pop-Art-Stil auf die Wand zu malen“, erzählte die 15-jährige Schülerin Anna Krebs. „Die Idee empfanden wir aber schnell als zu typisch.“ Dann kamen die Oberstufenschüler der AG auf die Idee mit den Literatur-Zitaten. „Das sind Textstellen, die uns Schüler während der
gesamten Schullaufbahn begegnen“, führt Anna Krebs weiter aus. „Und auch darüber hinaus haben sie eine Bedeutung
für das gesamte Leben.“ Der in Hamm tätige Künstler Osman Bol stand den Schülern mit Rat und Tat zur Seite. „Wir haben uns vor der Aktion zusammengesetzt und sehr genau überlegt, in welche Richtung das Projekt gehen soll“, erzählte Bol. Vor allem war ihm wichtig, eine Verbindung zu der Wand zu schaffen, die er im Jahr 2014 mit dem damaligen Kunst-
Leistungskursus gestaltet hatte. Das damals entstandene Werk hat mit den Umrissen von Schülern ganz unterschiedlicher Jahrgangsstufen zwar eine gänzlich andere Thematik als das aktuelle Bild mit den Zitaten, doch die
Zusammengehörigkeit ist aufgrund der farblich ähnlich gestalteten Hintergründe deutlich wahrzunehmen.
Für die am Samstag beteiligten Schüler war es das erste Kunstprojekt dieser Größenordnung. „Es ist schon ein gewaltiger
Unterschied zum Beispiel zu Arbeiten, die wir auf Leinwand bringen“, stellt die 18-jährige Tabea Steinhoff fest. „Alles ist so groß und oft müssen wir ein paar Schritte nach hinten gehen, um uns einen Überblick zu verschaffen.“ Den farbigen Hintergrund gestalteten die Schüler ohne direkte Vorlage. Lediglich die Zitate in ihren unterschiedlichen Schriftarten projizierten sie zum Nachmalen an die entsprechenden Stellen der Wand. Und da die kunstinteressierten Schüler schon einmal dabei waren, nahmen sie sich auch noch eine weitere Wand vor. Die versahen sie aber lediglich mit einem zu den anderen Werken passenden Farbmuster. Eine bestimmte Thematik gab es hier nicht. Ermöglicht wurde die Kunst-Aktion der besonderen, literarischen Art auch vom Förderverein des Marie- Curie-Gymnasiums. Die Unterstützer bezahlten das Gehalt des Künstlers Osman Bol. Die Farben für das Kunstwerk spendete hingegen Malermeister Andreas Kauke aus
Hamm. . ds

Stand vom 22. März 2017, um 12:36 Uhr.